Down in the Dark of the Cumberland Mine…

Ich habe in meinem letzten Post kurz angerissen, dass ich an einem Cthulhu-Szenario zu den Minenunglücken in den Minen bei Springhill in Cumberland County, Nova Scotia arbeite. Dazu möchte ich jetzt meine bisherigen Überlegungen vorstellen.

Vorgaben der Realität

Im 19. Jahrhundert begann man, einige Kohleflöze im Cumberland County in Nova Scotia zu erschließen. Neben den ersten Minen entstand eine kleine Siedlung, die recht schnell zu einer Kleinstadt heranwuchs und zunächst den Namen „Springhill Mines“ trug.

1891 kam es dann zum ersten größeren Minenunglück: In den Schächten 1 und 2 entzündeten sich am 21. Februar Mittags einige Kohlestaub-Wolken, wodurch eine Flammenlanze durch die beiden miteinander verbundenen Schächte schoss, die etwa 125 Minenarbeiter tötete und viele weitere verletzte. Die Ursache des Unglücks konnte nicht festgestellt werden.

Am 1. November 1956 fuhr ein mit Kohlestaub Grubenwagenzug dem Minenausgang von Schacht 4 entgegen, als ein starker Luftzug von der Oberfläche einen Teil des Staubes von den Loren wirbelte. Einige Loren lösten sich von dem Zug, rollten in die Mine zurück und entgleisten. Eine der Loren traf ein Starkstromkabel und die dabei entstehen Funken entzündeten den durch den Luftzug und die entgleisten Loren aufgewirbelten Kohlestaub. Die darauf folgende Explosion breitete sich entlang der Schachtrampe nach oben aus und machte die Oberflächengebäude dem Erdboden gleich. 88 Minenarbeiter konnten aus der teilweise eingestürzten Mine gerettet werden, 39 verloren in der Tiefe ihr Leben. Schacht 4 und der durch einen Tunnel verbundene Schacht 2 wurden zunächst geschlossen. Im Januar 1957 barg man die Leichen und stellte den Minenbetrieb im Schacht 4 ein.

Fast zwei Jahre nach dem zweiten Minenunglück kam es am 23. Oktober 1958 zu einer Verwerfung im Kohleflöz, durch die weite Teile von Schacht 2 einstürzten. Besonders schwer traf es die Ebenen in 4000-4200 Metern Tiefe. Die Rettungsarbeiten dauerten über eine Woche an und wurden immer weider durch kleinere Erdstöße und einsturgefährdete Gänge verzögert. Am 30. Oktober wurde eine Gruppe überlebender aus einem Seitengang gerettet, zwei Tage später, am 1. November, konnte eine weitere Gruppe geborgen werden. Danach fand man nur noch Tote. Bei diesem Minenunglück kamen insgesamt 74 Minenarbeiter getötet. In der Folge wurde die Bergbautätigkeit um Springhill weitestgehend eingestellt.

Umsetzung im Spiel

Diese Häufung von Unglücken in den Minen ist natürlich kein Zufall: Die Kohleflöze um Springhill sind die Heimat einer alten, rachsüchtigen, körperlosen Wesenheit, die für den Abbau ihrer Heimstadt einen Blutzoll verlangt. Viele der Minenarbeiter schlafen schlecht und die, die in den tiefsten Ebenen der Minen arbeiten, leiden an schweren Alpträumen. Diese Wesenheit hat einen Handel mit dem ersten Besitzer der Minen abgeschlossen: So lange in den Minen ausreichend Blut fließt, wird die abgebaute Kohle qualitativ hochwertig sein und nicht versiegen. (Diese Abmachung wurde von Generation zu Generation weiter gegeben. Die größeren und kleineren Unglücke wurden in der Regel von dieser Familie inszeniert, um den Blutzoll einzutreiben.)

Das Szenario ist als abgeschlossener One-Shot während des dritten Unglücks 1958 konzipiert, in dem die Spieler in die Rolle einiger Minenarbeiter schlüpfen. Das Spiel beginnt auf dem Weg zur Nachtschicht in einer Seitengalerie von Schacht 2 in 4200 Metern Tiefe. Das Unglück ereignet sich während ihrer Schicht, die Decke der Grubenrampe und der Hauptabbaustätten bricht ein, wodurch die Gruppe in dem Gewirr aus Gängen in der Seitengalerie eingeschlossen ist.

Als sich der Kohlestaub gelegt hat, bricht die Hölle los: Dienerkreaturen kriechen aus den Flözen hervor, um den Blutzoll einzutreiben. Daneben sind einige Minenarbeiter in der Tiefe unterwegs, die insgeheim angefangen haben, das Wesen, das ihnen immer wieder im Traum erschien, anzubeten, und suchen nach würdigen Opfern, um ihren finsteren Herrn zu stärken.

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4 responses to “Down in the Dark of the Cumberland Mine…

  • Stefan

    Interessante Idee und vor allem spannender Hintergrund. Hast du schon einen Plan wer genau der Große Alte und seine Diener sein sollen? Oder bastelst du dir da wen neuen?

  • Roger Lewin

    Ah, ich hatte zuerst gedacht, es geht um die brennenden Kohleflöze, die auch Inspiration für dieses Horror-Computerspiel waren. „Nette“ Geschichte, die zum Ausschlachten einlädt

    Roger von teilzeithelden.de

  • Johannes

    Wow, da ist einiges geboten. Sehr sehr düster.
    Ich mag die Anlehnung an die realen Ereignisse. Muss damals ziemlich hart gewesen sein, als Minenarbeiter.
    Bei dem Szenario, wie Du es hier als Oneshot vorstellst, scheint Action (Kampf gegen die Dienerkreaturen), der klaustrophobische und kultischer Horror (eingesperrt tausende Meter unter der Erde, blutgierige Kultisten) im Vordergrund zu stehen.
    Daraus könnte man wahrscheinlich auch gut ein eher detektivisch-forschendes Szenario machen, in dem sich der Horror erst nach und nach enthüllt.

  • Edvard Elch

    @ Stefan: Da grüble ich derzeit noch. Mir fällt aber derzeit kein Mythoswesen ein, das großartig was mit Kohle zu tun hätte.

    @ Johannes: Da könnte man echt ein Folgeszenario anhängen, in dem Angehörige oder Sachverständige nach dem Unglück nach den ursachen forschen und dann mit dem Minenbesitzer und dem Mythoswesen aneinander geraten. Gefällt mir auch sehr gut.

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